Europa

Gibt es Wasser auf den Jupitermond ?

Mond Europa

Der Mond Europa ist der kleinste der vier Galileischen Monde, mit 3122 Kilometern Durchmesser. Gefunden wurde er – genau wie die drei anderen – im Jahr 1610 von Galileo Galilei. Der Name stammt von einer Geliebten des Zeus in der griechischen Mythologie. Auch dieser Mond ist somit weiblich. Ihre Besonderheit ist eine sehr dicke Eiskruste, die mit Furchen durchzogen ist.

Umlaufbahn

Mit einem Abstand von 671.000 Kilometern ist Europa der zweite Mond des Jupiter. Sie hat die am wenigsten kreisförmige Bahn. ein Umlauf um den Gasriesen dauert in etwa 3 Tage und 13 Stunden. Während zwei Umläufen Europas umkreist Io genau vier mal den Jupiter, bzw. umkreist Ganymed in dieser Zeit genau einmal den Jupiter. Ihre Rotation ist gebunden, sie wendet Jupiter also stets die gleiche Seite zu.

Beschaffenheit

Dank ihrer eisigen Erscheinung ist dieser Mond einer der hellsten in unserem Sonnensystem. Ihr Albedo ist 0,64. Das heißt, 64 Prozent des Lichtes der Sonne werden reflektiert. Die roten Stellen der Oberfläche sind Rückstände von Mineralien aus dem Inneren des Mondes. Es gibt sehr wenige Krater und überhaupt keine Gebirge auf Europa. Damit ist ihre Oberfläche geologisch sehr jung.

Auffällig sind die bis zu 20 km breiten, aber nur wenige Meter tiefen Furchen. Sie deuten darauf hin, dass es auf dem Mond einmal Eisvulkane oder Geysire gegeben hat. Die Stellen, an denen die Furchen zu finden sind, deuten auf einen Unterirdischen Ozean hin.

Die Kruste des Satelliten besteht fast nur aus Eis. Ihre Dicke beträgt ca. 15 Kilometer. Weiterhin ist sie in viele Felder aus Eis zerbrochen. Das ist eine Folge der wirkenden Gezeiten und der gebundenen Rotation. Aus der Beobachtung dieser riesigen Eisschollen können weitere Hinweise auf einen unterirdischen Ozean abgeleitet werden.

Durch die Reibung der Gezeiten verflüssigt sich auch das Wasser unter der Eiskruste. Dort ist es vermutlich weitaus wärmer als an der Oberfläche.

Europa Oberfläche

Mit freundlicher Genehmigung er NASA / JPL-Caltech

Europa Oberfläche

Mit freundlicher Genehmigung er NASA / JPL-Caltech

Erkundung

Die ersten Fotos Europas wurden von den Sonden Pioneer 10 und 11 zur Erde geschickt. Im Jahr 1979 – nur wenige Jahre nach den ersten Sonden – konnten Voyager 1 und 2 schon deutlich genauere Bilder übermitteln. Dank der Sonde Galileo weiß man heute sehr viel über die Beschaffenheit dieses Mondes.

In der Zukunft sind weitere Flüge zu Europa geplant. Unter anderem könnte sich eine Sonde durch die Kruste aus Eis schmelzen. Damit können Daten über den inneren Aufbau des Mondes gesammelt werden. Erst dann herrscht Sicherheit über die Existenz des Ozeans unter dem Eis. In Folge dessen können wir auch herausfinden, ob es dort womöglich Leben gibt.

Wussten Sie schon?

  • Genau wie Ganymed besitzt auch dieser Mond eine dünne Gashülle aus Sauerstoff. Die Sonne wirkt auf das eisige Äußere Europas und löst Wasserstoff und Sauerstoff aus dem Boden heraus. Der Wasserstoff entweicht in den Weltraum, da er deutlich leichter als der auf Europa zurückbleibende Sauerstoff ist.
  • Die Sonde Galileo hat ein schwaches Magnetfeld um Europa gemessen. Das bestärkt den Verdacht eines Ozeans unter der Oberfläche. Die Rückstände von Salz an der Oberfläche deuten ebenfalls darauf hin.

Die Foto Aufnahmen auf dieser Seite stammen von der NASA. (Courtesy NASA/JBL-Caltech)