Jupiter - Der größte Planet unseres Sonnensystems

Der Jupiter ist nicht nur der größte Planet unseres Sonnensystems, sondern auch einer der faszinierendsten. Die verschiedenfarbigen Bänder und Wirbel in Weiß-, Braun-, Gelb- und Blautönen zeichnen das Erscheinungsbild des Gasplaneten aus. Alles Wichtige zu diesem rund 778 Millionen Kilometer von der Sonne entfernten Planeten erfahren Sie in einem kurzen Überblick

Steckbrief Jupiter

Entfernung zur Sonne: 778.500.000 km
Durchmesser des Jupiter: 139.820 km
Tageslänge: 9h 56min
Umlaufzeit: 12 Jahre
Temperatur: -108℃
Art: Gasplanet
Position: 5
Radius: 69.911 km

Planeten

Die Beschaffenheit des Jupiters

Der Planet Jupiter verfügt über keine feste Oberfläche und besteht fast zur Gänze aus Gasen. Viele Wissenschaftler vermuten aber, dass der Planet über einen festen Kern verfügen könnte. Ungefähr 75 Prozent der Masse des Planeten bestehen aus Wasserstoff und rund 24 Prozent der Masse entfallen auf das Edelgas Helium. Die restliche Masse setzt sich aus Verbindungen wie Ammoniak und Methan oder schweren Elementen zusammen. Da auf dem Planeten Jupiter ein sehr hoher Druck herrscht, nimmt der Wasserstoff mit zunehmender Tiefe einen flüssigen Zustand an. Im Kern ist der Druck sogar so hoch (300 Millionen Erdatmosphären), dass der Wasserstoff eine elektrische Leitfähigkeit aufweist. Somit erhält der Wasserstoff einen metallischen Charakter.

Bei diesem Planeten handelt es sich zudem um den massereichsten Planet des Sonnensystems. Die Masse des Planeten entspricht somit 318 Erdmassen. Auch der Durchmesser des Gasplaneten ist beeindruckend. Einen Durchmesser von stolzen 143.000 Kilometern kann der Planet vorweisen. Dies ist der elffache Durchmesser der Erde. Das macht den Jupiter nicht nur zum schwersten, sondern auch zum größten Planeten des Sonnensystems. Daher ist seine Benennung nach der obersten Gottheit der griechisch-römischen Mythologie auch sehr treffend.

Die Zusammensetzung des Jupiters weist Ähnlichkeiten zum Aufbau des Planeten Saturns auf, allerdings hat der Saturn einen geringeren Anteil an Helium.

Die Jupiter Atmosphäre

Der Jupiter zählt zu den auffälligsten Gestirnen am Himmel und zeichnet sich durch seinen leicht gelblichen und hellen Glanz aus. Nach der Venus ist der Jupiter der am besten erkennbare Stern am Himmel.

Betrachtet man das Erscheinungsbild des Jupiters, fallen die unterschiedlich eingefärbten Wolkenwirbel und Bänder ins Auge. Die Wolken der Atmosphäre bestehen aus gefrorenen Ammoniak Kristallen sowie vermutlich aus Ammoniumhydrogensulfid. Die Wolkenbänder und Wirbel erstrecken sich über verschiedene Breitengrade in östlich-westlicher Richtung um den Planeten herum. Die hellen Jupiter Bänder werden als Zonen bezeichnet, während die dunkleren Bänder Gürtel genannt werden. Sowohl die Zonen, als auch die Gürtel sind in Bewegung und weisen dabei verschiedene relative Strömungsgeschwindigkeiten auf.

Der Planet besitzt eine Wolkendecke die rund 50 Meter dick und ist in mindestens zwei Schichten aufgeteilt. Die untere Schicht ist in der Regel dichter und die obere dünner. Ebenfalls denkbar ist es, dass eine dünne Schicht von Wasserwolken unter der Ammoniak-Wolkenschicht vorhanden ist. Ein Indiz dafür ist, dass Blitze in der Atmosphäre beobachtet werden konnten. Diese Blitze entstehen durch die Polarität des Wassers, welche die Trennung elektrischer Ladungen zur Folge haben kann. Im Vergleich zu „normalen“ Blitzen auf der Erde können die Blitze des Jupiters rund tausend Mal stärker sein.

Bemerkenswert ist außerdem der sogenannte „Große Rote Fleck“. Bei diesem handelt es sich um einen riesigen ovalen Antizyklon, welcher der Länge nach das Ausmaß von zwei Erddurchmessern hat. Der Große Rote Fleck ist nicht fest mit der Jupiteroberfläche verbunden, hat aber eine stabile Lage zwischen zwei Wolkenbändern. Der erste Wissenschaftler, der den Großen Roten Fleck entdeckte, war der englische Naturforscher Robert Hooke im Jahr 1664. Da der Große Rote Fleck so enorme Dimensionen hat, kann er bereits mit einem Amateurteleskop beobachtet werden. Welche chemischen Elemente dafür sorgen, dass der Fleck seine rote Färbung erlangt, ist noch nicht bekannt.

Der Jupiter verfügt über das größte Magnetfeld der Planeten des Sonnensystems. An den Polen beträgt die Stärke des Feldes zwischen 1040 und 1400 Mikrotesla. An der Oberfläche sind es immerhin noch 400 Mikrotesla. Insgesamt ist das Magnetfeld des Jupiters also 10- bis 20- mal so stark wie das Magnetfeld der Erde.

Jupiters Monde

Der Planet hat derzeit 79 bekannte Monde. Diese Monde werden von Wissenschaftlern in verschiedene Gruppen eingeteilt. Es werden die Galileischen Monde, Metis, Thebe, Amalthea und Adrastea sowie kleine bis kleinste Monde voneinander unterschieden. Zu den bekanntesten Galileischen Monde gehören Io, Europa und Ganymed. Der Mond Io hat einen Durchmesser von 3643 Kilometern und kreist auf einer Umlaufbahn, die einen Abstand von 421.600 Kilometern zum Jupiterhat. Der Mond hat einen Eisenkern und einen Mantel. Der Mond Europa hat einen Durchmesser von 3122 Kilometern und besitzt einen Eisenkern sowie einen Steinmantel. Außerdem befindet sich über dem Steinmantel vermutlich ein 100 Kilometer tiefer Ozean aus Wasser, der in den oberen 10 bis 20 Kilometern zugefroren ist.

Die Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto wurden zur gleichen Zeit Galileo Galilei und Simon Marius entdeckt.

Erforschung des Jupiter

Der Planet war bereits Ziel oder zumindest Zwischenziel mehrerer Raumsonden. Die erste Raumsonde flog schon im Jahr 1973 in einer Entfernung von 130.000 Kilometern an dem Planeten vorbei. Der Name der Raumsonde war Pioneer 10. Es folgten Missionen der Pioneer 11, sowie Voyager 1 und 2. Im Jahr 1992 flog die Sonnensonde Ulysses rund 450.000 Kilometer an dem Planeten entlang.

Die erste Sonde, die sich auf die Umlaufbahn des Jupiters wagte, war im Jahr 1995 die NASA-Sonde Galileo. Rund sieben Jahre umkreiste die Sonde den Planeten. Es folgten die Raumsonden Cassini und New Horizons.

Im Jahr 2011 machte sich die NASA-Sonde Juno auf den Weg zum Jupiter. 2016 erreichte die Sonde den elliptischen polaren Orbit des Planeten. Allerdings erforscht die Juno nun, anders als geplant, nicht nur das Magnetfeld und die Atmosphäre des Planeten, sondern auch die Jupitermagnetosphäre. 

Geplant ist für das Jahr 2020 eine gemeinsam von ESA und NASA durchgeführte Europa Jupiter System Mission, die mindestens zwei Orbiter beinhalten soll. Diese sollen jeweils in den Orbit des Mondes Europa und des Mondes Ganymed eintreten. Ziel war es, dass die Orbiter das gesamte Jupitersystem intensiv erforschten. Budgetkürzungen bei der NASA führten dazu, dass die ESA sich dazu entschloss, die Mission im Jahr 2022 in Eigenregie auf die Beine zu stellen.